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Mittwoch, 23. März 2011

Leseprobe: Verena Rank - Schärfer als Wasabi

Vielen Dank an den Dead Soft Verlag für diese Leseprobe!


Klappentext:
Sportstudent Nick ist sexy und ehrgeizig. Er genießt die ungeteilte Aufmerksamkeit der Freunde in seiner Wohngemeinschaft und in der Uni. Als der attraktive Halbjapaner Katsuro in die WG einzieht, ist Ärger vorprogrammiert. Der neue Mitbewohner scheint in allem perfekt zu sein: Er hat den Schwarzgurt in Karate, ist klug und höflich und zu allem Übel verliebt sich Nicks beste Freundin Vanessa in ihn. Alle finden Katsuro toll – bis auf Nick. Die beiden geraten immer heftiger aneinander, doch streiten ist gar nicht so einfach, wenn die Luft vor Spannung geradezu knistert und plötzlich ungeahnte Gefühle ins Spiel kommen …



Leseprobe:

Es war bereits dunkel, als Nick entnervt und abgehetzt aus der U-Bahn stieg. Der Regen war stärker geworden. Er wollte nur noch nach Hause und bequeme Klamotten anziehen. Nick hielt sich die Tasche über den Kopf, damit seine Haare nicht wieder nass wurden, sah sich kurz um und hetzte über die Straße. Im nächsten Moment vernahm er das Quietschen von Reifen und starrte in zwei Scheinwerfer, die knapp vor ihm zum Stehen kamen. Vor Schreck ließ er seine Tasche fallen, sprang zur Seite und blickte sich mit rasendem Herzschlag nach dem Wagen um. Eine dunkelhaarige Frau saß am Steuer, ihr Gesicht konnte er nicht genau erkennen. Die Beifahrertür öffnete sich und ein junger Mann stieg aus.

„Sag mal, geht’s noch? Rot heißt stehen bleiben, schon mal etwas davon gehört?“ Der Schock stand ihm ins Gesicht geschrieben, seine dunklen Augen fixierten Nick hektisch. Nick war für einige Sekunden wie gelähmt, sein Puls raste. Der junge Mann kam ein Stück näher und hob schimpfend Nicks Tasche auf. Als er Nick jedoch direkt ansah, verstummte er und sein Blick wurde etwas weicher. „Alles in Ordnung mit dir?“, fragte er in ruhigerem Ton, während er ihm die Tasche reichte. In diesem Moment erwachte Nick aus seiner Starre, Wut stieg in ihm auf. Wie redete der Kerl eigentlich mit ihm? Er riss ihm die Tasche aus der Hand und funkelte ihn böse an.

„Reg dich ab, Mann! Ihr hättet auch besser aufpassen können!“

Als sich die Fahrertür öffnete, stieß Nick ein wütendes Schnauben aus, wandte sich ab und ergriff die Flucht. Sein Herz ratterte noch immer wie ein Maschinengewehr.

*****

Katsuro nahm seine Reisetasche und den Rucksack von der Rückbank, schlug die Wagentür zu und eilte zur Fahrerseite, um sich zu verabschieden. Seine Mutter wirkte etwas blass um die Nase, als sie ausstieg.

„Ist wirklich alles in Ordnung, Mama?“

„Ja, ich bin nur erschrocken, als der junge Mann wie aus dem Nichts auftauchte. Ist ja zum Glück nichts passiert.“

„Er war selbst schuld. Schließlich hatte dieser Idiot rot.“

Sie zuckte mit den Schultern, Regen tropfte ihr von den Haaren ins Gesicht. Auch wenn sie es zu verbergen versuchte, in ihren braunen Augen konnte Katsuro ihre Besorgnis ablesen.

„Na? Aufgeregt?“, fragte sie leise.

Er schüttelte den Kopf. „Quatsch. Ein Tag wie jeder andere.“

Sie lachte und zwinkerte ihm aufmunternd zu. Er konnte ihr nichts vormachen, schließlich war sie seine Mutter und kannte ihn besser als jeder andere Mensch.

„Du wirst dich schnell eingewöhnen und Anschluss finden. Vanessa scheint eine nette, junge Frau zu sein. Ich bin gespannt, was du uns am Wochenende zu erzählen hast.“

Katsuro zwang sich zu einem Lächeln. „Ja, ich auch. Hier ist alles so anders als in Tokio. Sehr gewöhnungsbedürftig.“

Sie hob die Hand und strich ihm eine feuchte Strähne aus der Stirn. Ihre Hand war warm und vertraut.

„So fremd wird das alles gar nicht für dich sein – du warst doch schon so oft in Deutschland. Und jetzt rein mit dir, du wirst ja ganz nass.“

„Danke fürs Fahren, Mama. Wir sehen uns am Samstag, okay?“

„Wir sind zu Hause, wenn du kommst.“ Sie umarmten sich, und seine Mutter küsste ihn auf die Wange, bevor sie sich in den Wagen zurück setzte und den Motor anließ.

„Sayonára, Katsuro. Bis in ein paar Tagen!“

„Sayonára!“ Er schlug die Tür zu und wartete, bis sie vorne an der Ampel abbog, dann wandte er sich um und blickte an der weißen Fassade des fünfstöckigen Gebäudes hinauf, in dem er ab heute wohnen würde. Der Regen prasselte unaufhörlich auf sein Gesicht nieder und lief ihm am Hals entlang in den Kragen seiner Jacke. Wenn man aus einer Metropole wie Tokio kam, erschienen einem die Häuser hier teilweise wie Streichholzschachteln. Den Rucksack über der Schulter und die Reisetasche in der Rechten ging er auf die gläserne Eingangstür zu und suchte nach dem richtigen Klingelschild.


Im zweiten Stock erwartete ihn eine junge, dunkelhaarige Frau bereits in der offen stehenden Tür. Vanessa. Er hatte sie sich ganz anders vorgestellt. Irgendwie … blonder. Warum waren deutsche Mädchen in seiner Vorstellung fast immer blond? Vanessa war sehr hübsch. Sie hatten ein paar Mal miteinander gemailt und telefoniert, nachdem er sich auf die Anzeige wegen der WG gemeldet hatte.

„Katsuro?“

„Hi, du musst Vanessa sein. Schön, dass wir uns endlich persönlich kennenlernen.“ Katsuro streckte ihr die Hand entgegen und deutete eine leichte Verbeugung an, wie er es von zuhause gewohnt war.

„Herzlich willkommen, Katsuro.“ Sie machte keine Anstalten, seine Hand wieder loszulassen, sondern starrte ihn stattdessen verzückt an.

„Ähm … darf ich reinkommen?“, fragte er nach einer Weile freundlich, woraufhin ihr Blick wieder nüchtern wurde und sie endlich den Griff löste.

„Oh ja, natürlich, entschuldige. Du bist ja ganz nass.“ Sie trat zur Seite und machte eine einladende Geste, als ein junger Mann hinter ihm den Hausflur entlang gehetzt kam. Dank des blauen Anoraks und seines blonden Zopfes erkannte Katsuro in ihm den Verrückten von vorhin wieder. Er hatte rosige Wangen von der Kälte und sein weizenblondes Haar hing ihm nass ins Gesicht.


***

Nick stockte der Atem und seine Schritte wurden langsamer, als er der Kerl von vorhin im Türrahmen stehen sah. Einen winzigen Moment dachte er, er wäre wegen des Unfalls hier, doch dann sah er die Reisetasche, die neben ihm auf dem Boden stand. Der Typ blickte ihn überrascht an, sagte jedoch nichts. Jetzt im grellen Licht des Hausflurs erkannte Nick die markanten Züge seines Gesichts besser. Seine dunklen Augen hatten die Form von Mandeln, sein Haar war tiefschwarz. Vanessa hatte erwähnt, dass ihr neuer Mitbewohner Halbjapaner war und aus Tokio kam. Hoffentlich hielt er die Klappe wegen vorhin! Nick war jetzt schon sicher, dass er ihn nicht mögen würde.





Quelle von Klappentext, Cover und Leseprobe: Dead Soft Verlag

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