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Dienstag, 11. Oktober 2011

Leseprobe: Inka Loreen Minden - Secret Passions – Opfer der Leidenschaft (gay historical crime story)

Es gibt wieder einen neuen historischen Gay Roman von der erfolgreichen Autorin Inka Loreen Minden! Hier gleich mal der Klappentext, das Cover und eine Leseprobe!


Secret Passions – Opfer der Leidenschaft (gay historical crime story)

Der vierte Gay Historical aus der Feder von Inka Loreen Minden!

Ein Mörder geht um in London. Seine Opfer: Männer, die Männer begehren.
Detektive Derek Brewer von Scotland Yard versucht dem Killer auf die Schliche zu kommen und merkt nicht, dass er sich längst in dessen Nähe befindet.
Simon Grey, der Earl of Torrington, hat ein Geheimnis. Viele meiden ihn wegen seiner düsteren Vergangenheit - doch welch dunkle Leidenschaften verbirgt er wirklich?

Zwei ungleiche Männer, verbotene Lust und spannende Kriminalfälle im London des 19. Jahrhunderts.

 
LESEPROBE:
 
Hastig richtete Stuart seine Kleidung und marschierte Richtung Tür. Derek hielt ihn am Arm fest, bevor er auf den Flur trat. »Willst du schon gehen?« Er bemerkte, wie aufgewühlt Stuart war. Der zitterte und fuhr sich ständig über den Nacken. Vielleicht war es das erste Mal mit einem Mann gewesen. Stuart wirkte verunsichert und schaute Derek nicht an.

»Hey …« Derek lockerte den Griff. »Da gibt es nichts, wofür man sich schämen müsste. Es hat dir doch gefallen, oder?«

Stuart nickte.

»Dann komm wieder.«

Kopfschüttelnd erwiderte Stuart: »Ich … weiß nicht.«

»Bitte.« Verdammt, seit wann flehte er einen Mann an? Das war nicht seine Art. Er kannte Stuart ja nicht einmal. Aber er fand ihn interessant. Derek wollte unbedingt mehr mit ihm ausprobieren. Schon lange hatte ihn kein anderer dermaßen fasziniert.

»Also, sehen wir uns wieder?«, fragte Derek. Sein Herzschlag legte wieder an Tempo zu. »Wie wäre es mit morgen? Mitternacht? Ich bin hier, niemand wird dich bedrängen. Komm direkt in mein Zimmer herauf.«

Stuart nickte stumm, dann flüchtete er regelrecht nach unten, vorbei an den Lakaien. Derek folgte ihm zur Garderobe, bei der Stuart seinen Mantel von einem ebenfalls maskierten Diener entgegennahm und zur Hintertür eilte. Derek blieb immer an seiner Seite. »Bis morgen, also?«, fragte er noch einmal.

Kurz schaute Stuart zu ihm. »Vielleicht. Leb wohl.« Er ging hinaus, wo die Dunkelheit ihn verschluckte.

Derek schloss die Tür und begab sich zum nächsten Fenster.

Da kam Oliver aus dem hinteren Teil des Gebäudes. Dort lagen sein Büro, die Küche und der Trakt des Personals. Offensichtlich war er mit Franny zugange gewesen, die für Oliver die Buchführung machte, denn er schwitzte und sein Gesicht war genauso rot wie Frannys schulterlanges Haar. Die Farbe stand im heftigen Kontrast zu seinen aschblonden Locken.

»Willst du ihm nicht hinterhergehen?« Oliver klang leicht atemlos.

»Natürlich werde ich das.« Aber nicht, weil Derek ihn für den Mörder hielt, sondern weil er Angst hatte, Stuart könnte das nächste Opfer werden.

Derek schob den Vorhang des Fensters beiseite, das sich direkt neben dem Ausgang befand, der hinten zum Garten hinaus führte, und schaute, welche Richtung Stuart einschlug. Er würde ihn erst sehen können, wenn er auf der beleuchteten Straße stand.

»Wer war das überhaupt?«, fragte Oliver. Jetzt, wo er sich direkt neben Derek befand, roch er Olivers Schweiß. Anscheinend hatte er es wirklich gerade mit Franny oder einem Gast getrieben – das wusste man bei Oliver nie genau. Dem war es egal, ob der Hintern einer Frau oder einem Mann gehörte.

Oliver war genau wie Franny in derselben Kindergang wie Derek gewesen. Fran und Oliver hatten schon früh bemerkt, dass sie irgendwie zusammengehörten und hatten deshalb viele Deals gemeinsam durchgezogen. Leandro hatte sie immer als »Dreamteam« bezeichnet.

Bei der Erinnerung an seinen alten Anführer zog es in Dereks Brust. Seinetwegen war Leandro tot.

»Ich hab den Mann hier noch nie gesehen«, sagte Derek. »Ich werde gleich wissen, wer dieser Stuart wirklich ist.« Er beobachtete, wie Stuart das Gartentor passierte und nach links abbog. Nun versperrte ihm eine hohe Mauer die Sicht. Bevor er zur Tür hinaushuschte, schnappte er sich seinen Umhang und flüsterte Oliver breit grinsend zu: »Denk nicht mal dran, der gehört nur mir.«

Hastig, jedoch ohne ein Geräusch zu verursachen, lief Derek durch den düsteren Garten, wobei er sich die lästige Maske herunterriss und sie achtlos in eine Blumenrabatte warf. Es war eine relativ helle Nacht, denn sie hatten Vollmond, aber die zahlreichen Bäume und Büsche warfen Schatten.

Derek erschrak, als er beinahe mit einer Person zusammenstieß, die er nicht gleich gesehen hatte, weil sie einen schwarzen Umhang trug. Er erkannte an ihrer kleinen Gestalt, um wen es sich handelte. »Franny!« Sein Herz schlug heftig. »Was machst du hier im Dunkeln?«

»Der Koch braucht dringend ein Gewürz aus meinem Garten«, sagte sie und hielt ihm einen Korb vor die Nase. Sie lächelte spitzbübisch, sodass sie beinahe wie ein Junge aussah. »Und wem jagst du hinterher?«

»Erzähl ich dir später«, sagte er und rannte zur mannshohen Mauer, die sich um das gesamte Grundstück zog und somit vorbeilaufenden Passanten die Sicht verwehrte. Derek zog sich an ihr hoch und lugte darüber. Gerade bog Stuart in eine enge Nebenstraße ein, die weder von Laternen noch vom Mondlicht erhellt wurde. Derek schwang sich elegant über die Mauer. Wie eine Katze landete er beinahe lautlos auf der anderen Seite und lief in dieselbe Straße, in der Stuart eben von der Dunkelheit verschluckt worden war. Derek erkannte seine Silhouette. Stuart trug einen Mantel mit Kapuze. Er nestelte darunter herum – anscheinend zog er sich die Maske aus.

Dereks Herz klopfte schneller. Vielleicht konnte er einen Blick auf sein Gesicht erhaschen. Er war zu neugierig, wie der Mann aussah, aber er würde ohnehin bald wissen, wo er wohnte.

Das Sherman House lag am Rande eines Viertels, in dem sehr viele Reiche ihre Stadthäuser hatten und deshalb keinen weiten Weg bis zum Etablissement besaßen. Das war wohl auch der Grund, warum bereits drei Adlige auf dem Nachhauseweg erstochen worden waren. Dieses Schicksal würde dem dicken Sir William vielleicht nicht blühen, der wohnte etwas außerhalb und ließ sich immer mit der Kutsche fahren.

Gerade, als Stuart in eine weitere Gasse abgebogen war, hörte Derek schrille Pfiffe durch die Nacht hallen, die aus der anderen Richtung kamen. Trillerpfeifen! Das waren Bobbys. Es musste etwas passiert sein!

»Verflucht«, murmelte er und entschied sich nachzusehen. Er war Polizist, es war seine Aufgabe, die Peelers zu unterstützen. Also rannte er in die entgegengesetzte Richtung zwischen zwei eng beieinanderstehenden Häusern hindurch, bis er auf der Rückseite eines noblen Stadthauses landete. Eine Gestalt lag vor einem Tor, das in den hinteren Garten führte. Drei Männer standen um sie herum, zwei davon trugen Kopfbedeckungen mit silbernen Abzeichen. Den Mann ohne Hut erkannte Derek auf Anhieb, weil seine graue Haare im Mondlicht wie Silber glänzten: Inspektor Brown.

Eine weinende Frau im Morgenmantel hing in den Armen einer anderen Frau, vielleicht ihrer Amme, denn sie hielt ein wimmerndes Baby. Ein Diener nahm das Kind und ging mit ihm durch den Garten ins Haus. Die weinende Lady musste wohl die Ehefrau des Ermordeten sein.

»Sir?«, sagte Derek, als er Brown erreichte. Die anderen beiden Peelers begrüßte er mit einem Nicken. Derek kannte sie nur flüchtig, da er sich selten auf der Wache aufhielt.

»Derek, gut, dass du da bist!« Der grauhaarige Polizist zog ihn auf die Seite. »Das ist schon der vierte Mann. Wieder ein Adliger. Kehle und Halsschlagader wurden genau wie bei den anderen durchtrennt. Hier will jemand sichergehen, dass seine Opfer garantiert nicht überleben. Der Mord muss eben erst geschehen sein, die Leiche ist noch warm. Hast du bereits etwas herausgefunden?«

»Ich wollte gerade einem Hinweis nachgehen, da hörte ich die Pfiffe«, erwiderte er, erleichtert, dass er Stuart endgültig von der Liste der Verdächtigen streichen konnte. »Aber ich hab noch nichts Konkretes, Sir.« Es tat weh, Inspektor Brown zu belügen. Er war beinahe wie ein Vater für ihn. Ein guter Vater. Brown sollte jedoch nicht erfahren, dass er sich ausschließlich für Männer interessierte und die Opfer alle mit dem Sherman House in Verbindung standen.

Nach Dereks Recherchen hatte bisher keiner der Adligen zuhause erwähnt, dass er sich nachts im Sherman House aufhielt – das ja offiziell als ehrbarer Herrenclub galt. Wenn Brown dort erst einmal herumschnüffelte, könnte die Wahrheit ans Licht kommen. Fran fälschte die Bücher ausgezeichnet – Brown wiederum war ein hervorragender Detektiv. Er würde Oliver und Franny einem Verhör unterziehen. Wenn die ihn auch nur erwähnten … Derek würde seinen Job verlieren und bestimmt seinen Mentor dazu. Es würde einen riesengroßen Skandal geben, wenn herauskam, dass bei der Metropolitan Police ein Sodomit arbeitete.

Brown klopfte ihm auf die Schulter. »Du bist mein bester Mann, Junge. Ich weiß, dass du den Fall lösen wirst. Lass dir nur nicht mehr so viel Zeit.«

»Sir!« Einer der Polizisten kam auf Brown zu. Er trug wie die anderen einen schwarzen Anzug, an dem silberne Knöpfe und Abzeichen funkelten. Er hielt Brown eine Halbmaske aus Leder hin. »Die hatte der Mann bei sich, ansonsten nichts. Ausgeraubt, wie es scheint.«

Maskenmörder nannte ihn Scotland Yard, weil bei den Leichen immer eine Ledermaske gefunden worden war. Inspektor Brown ging davon aus, dass es ein Erkennungszeichen des Mörders war. Er wollte wohl zu einer Berühmtheit werden.

Aber Derek wusste es besser …





Quelle von Cover, Klappentext und Leseprobe: Dead Soft Verlag

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