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Dienstag, 12. September 2017

Anna Herzog - Alles im Fluss oder: Diese eine Sommernacht

Verlag: Coppenrath (Juli 2017)

Klappentext: 
Wie ist sie bloß in diese Situation geraten? Juli, dreizehnjährige zukünftige Filmemacherin mit Tierphobie, findet sich in einem uralten Faltboot auf dem Fluss wieder – mit Jonte, den sie kaum kennt, dessen kleinem Bruder Per und einem hässlichen Kater namens Puma. Was spielerisch mit Jontes Behauptung beginnt, er könne es locker bis zum Meer schaffen, wird zur Herausforderung: Nicht nur, weil sie plötzlich auf der Flucht sind, sondern auch, weil die beiden Älteren nun für den Jüngeren sorgen müssen. Als Jonte etwas zustößt, ist Juli plötzlich ganz auf sich gestellt ...
Quelle von Cover und Klappentext: Coppenrath

Meine Einschätzung:
Als die dreizehnjährige Juli erfährt, dass ihre Mutter ohne sie auf die Malediven fliegt und sie stattdessen zu ihrer Tante Marthe - der Halbschwester ihrer Mutter - muss, ist sie alles andere als erfreut. Ihre Tante hat Pferde, doch Juli interessiert sich nicht für Tiere, sondern will lieber ein Drehbuch schreiben und mal erfolgreiche Filme drehen. Bei ihrer Tante angekommen lernt sie dann Jonte und dessen kleinen Bruder Per kennen. Die beiden haben ein Faltboot und zuerst reden sie nur davon mit dem Boot zum Meer zu fahren. Doch auf einmal machen sie erst und begeben sich auf eine aufregende Fahrt zum Meer, wo einige Abenteuer und Gefahren auf sie warten... 

"Alles im Fluss" ist der erste Jugendroman der Autorin Anna Herzog, die bereits als freie Journalistin und Übersetzerin tätig war. Als erstes sticht das außergewöhnliche Cover ins Auge: Das Taschenbuch sie so gestaltet, dass es aussieht als ob es zwei Buchrücken hätte. In Folge läuft das Coverbild über alle vier Seiten, das ist ein genialer Blickfang. 

Doch das Cover ist nicht das einzige besondere an dem Buch. Wie bereits in der Zusammenfassung erwähnt, liebt Juli, die Heldin des Buches, Filme und Drehbücher. Um dies zu unterstreichen hat die Autorin immer wieder kleine Passagen eingebaut, die wie ein Drehbuch geschrieben sind. Die ersten Drehbucheinträge mögen noch zusammenhangslos wirken, doch im Laufe des Buches wird klar, dass sie durchaus Bezug zur Geschichte haben. 

Das schöne Cover, der Inhalt und die eingebauten Drehbuchszenen lassen auf ein unterhaltsames und spannendes Jugendbuch hoffen, dennoch kann das Buch nicht vollends überzeugen. Irgendwie ist die Handlung doch recht dünn und es bleiben auch Fragen offen. Immer wieder taucht beim Lesen das Gefühl auf, dass etwas fehlt. Es fehlt an Tiefe und an Gefühlen, die Geschichte ist zwar durchaus immer wieder spannenden, doch es bleibt doch alles etwas oberflächig. Die Figuren selbst sind gut gezeichnet und ist kommt immer wieder zu humorvollen Szenen und Begebenheiten. Juli und Jonte sind beiden Teenager und natürlich kommt es zwischen ihnen auch zu Reibungen. Per ist ein kleiner Bruder - süß, aber teilweise auch sehr anstrengend für die Jugendlichen. 

Der Schreibstil war sehr ungewöhnlich und auch gewöhnungsbedürftig. Das lag daran, dass die Sätze sehr kurz waren und irgendwie sprunghaft wirken. Die Wortwahl war nicht kompliziert, sondern durchaus einfach, aber teilweise wirkt es abgehackt. Es war einfach schwer in die Geschichte einzutauchen und direkten Kontakt mit den Figuren auf zu bauen. Der Stil wirkt eher wie bei einem Bericht mit einem distanzierten Erzähler. Möglicherweise ergibt sich durch diesen Stil, der die Geschichte eher aus der Ferne beschreibt, das Gefühl, das der Story etwas Emotion fehlt. 


Herzlichen Dank an Coppenrath und  für die Bereitstellung eines Rezi Exemplars! Hier kann der Roman direkt bei Mira Taschenbuch bestellt werden: Klick

Bewertung:
3 von 5 Punkten

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